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Klimaschutzinstrumente für Baustellen:
Zwei sich ergänzende Rollen im öffentlichen Beschaffungswesen

Bei öffentlichen Vergabeverfahren legt der Auftraggeber die Kriterien fest, auf die die Unternehmen reagieren. Jeder Beteiligte benötigt ein eigenes Instrument. Diese Seite erläutert, wie sich verschiedene Instrumente zur CO₂-Bilanzierung auf Baustellen ergänzen, um ein stimmiges Angebotspaket zu erstellen.

Zwei Rollen, zwei Bedürfnisse

Bei einem öffentlichen Beschaffungsvorgang greifen die Vergabestelle und die Bieterunternehmen in verschiedenen Phasen des Prozesses ein und haben jeweils unterschiedliche Bedürfnisse:

Der Projektinhaber

  • — Schätzen Sie den CO2-Fußabdruck der Referenzbaustelle
  • — Formulieren Sie ein objektives Kriterium in den Ausschreibungsunterlagen
  • — Die Notenskala definieren
  • — Kandidatenbewertungen empfangen und vergleichen
  • — Dokumentieren Sie die Zuteilungsentscheidung

Kandidatenunternehmen

  • — Geben Sie die spezifischen Daten für ihre Baustelle ein
  • — Berechnen Sie den CO2-Fußabdruck ihrer Baustelle
  • — Präsentieren Sie das Ergebnis im erwarteten Format
  • — Dokumentieren Sie die verwendeten Annahmen und Faktoren
  • — Ihr Angebot anhand des CO2-Kriteriums optimieren

Diese beiden Rollen sind nicht austauschbar. Einem Projektverantwortlichen, der ein für Kandidaten entwickeltes Tool verwendet, fehlen die Kalibrierungs- und Benchmarking-Funktionen. Einem Unternehmen, das ein Tool für Projektverantwortliche nutzt, fehlen die an seine Betriebsdaten angepassten Eingabeschnittstellen.

Ein komplementäres Ökosystem

Im Ökosystem der Bau-Kohlenstoffbilanzierung existieren heute mehrere Instrumente nebeneinander. Jedes Instrument deckt einen spezifischen Bedarf ab, abhängig von der Position des Akteurs in der öffentlichen Beschaffungskette:

Merkmal Werkzeuge auf der MOA-Seite Tools für Unternehmen
Benutzer Projektinhaber, Unterstützung im Projektmanagement Bauunternehmen, Subunternehmer
Hauptfunktion Vorbewertung, Kriterienkalibrierung, Angebotsvergleich Dateneingabe für die Baustelle, Bilanzberechnung, Berichtswesen
Projektphase Programmierung, Ausschreibungsunterlagen, Angebotsanalyse Reaktion auf die Ausschreibung, Ausführung
Perimeter Querschnitt (alle Lose, alle Angebote) Speziell für den Kandidaten (seine Daten, sein Tätigkeitsbereich)
Voraussichtliche Veröffentlichung Kalibrierte DCE-Kriterien, Benchmark-Bericht Bewertung des CO2-Fußabdrucks der Baustelle, Angebotsunterlagen

Efficarbone positioniert sich auf der Seite des Bauherrn. Andere anerkannte Tools – unterstützt von professionellen Bauverbänden – statten Unternehmen auf der Seite der Bieter aus. Die beiden Kategorien sind nicht austauschbar, sondern ergänzen sich.

Wie Werkzeuge in einem Markt zusammenpassen

Bei einem öffentlichen Vergabeverfahren, das das Kriterium der CO2-Emissionen im Bauwesen berücksichtigt, verläuft der Prozess naturgemäß in drei Phasen:

Im vorgelagerten Bereich erstellt der Projektinhaber die Kriterien – er schätzt den Kohlenstoffgehalt des Referenzstandorts (vorläufige Bewertung), kalibriert die Bewertungsskala und legt in den Ausschreibungsunterlagen das von den Bewerbern erwartete Antwortformat fest.
Antwort: Die Unternehmen erstellen ihren Bericht – jeder Kandidat gibt seine Daten (Entfernungen, Ausrüstung, Abfall usw.) in das Tool seiner Wahl ein und reicht einen Standort-Kohlenstoffbericht ein, der dem erforderlichen Format entspricht.
Analyse: Die MOA vergleicht die Angebote – sie gleicht die erhaltenen Bilanzen ab, prüft die Übereinstimmung mit der vorläufigen Referenzbilanz, vergibt die Punktzahlen und dokumentiert die Entscheidung.

Diese Struktur stellt sicher, dass jeder Beteiligte ein für seine Rolle geeignetes Instrument nutzt. Der Projektinhaber ersetzt nicht die Unternehmen bei der Berechnung ihres CO₂-Fußabdrucks, und die Unternehmen legen die Kriterien, die sie erfüllen, nicht selbst fest. Diese Rollentrennung macht das CO₂-Kriterium für die Baustelle im Falle eines Rechtsstreits rechtssicher.

Häufig gestellte Fragen

Die RE2020-Vorgaben sind nationale Durchschnittswerte, die zur Vereinfachung der Berechnungen kalibriert wurden. Sie berücksichtigen nicht die tatsächlichen Gegebenheiten der Baustelle: Entfernung zum Versorgungsnetz, Energiemix, Abfallmanagement. Auf einer gut geführten Baustelle kann der tatsächliche Messwert unter der Vorgabe liegen.

Nicht unbedingt. Auf Baustellen mit weit entfernten Zulieferern oder unzureichender Abfallentsorgung können die Emissionen den Zielwert überschreiten. Die tatsächliche Messung ist eine sachliche Feststellung, keine Optimierung. Ihr Hauptzweck ist Transparenz und Nachvollziehbarkeit.

Efficarbone ist ein Tool, das für die direkte Nutzung durch Projektträger und ihre Projektteams entwickelt wurde. Die Erfassung von Baustellendaten (Lieferscheine, Verbrauchsdaten) ist in den operativen Prozess integriert. IRICE validiert die Ergebnisse als unabhängige Instanz.

Strukturieren Sie Ihr CO2-Kriterium für Ihre Baustelle

Efficarbone unterstützt den Projektinhaber: vorläufige Ausgangsbewertung, Kalibrierung des DCE-Kriteriums, Benchmarking der eingegangenen Angebote.